Home Verkehr Neue Rechte für Flugpassagiere bei Verspätung

Vor Kurzem hat die Verspätung einer arabischen Airline für viel Aufsehen in der Branche gesorgt. Aus einem gewöhnlichen Siebenstundenflug wurde eine Odyssee, die mehr als 30 Stunden dauerte. Krisen, Unfälle und viel Pech sorgten dafür, dass ein Flugzeug der Airline Etihad aus Abu Dhabi erst nach eineinhalb Tagen an seinem Bestimmungsort in Düsseldorf landen konnte. Passagiere, die von einem solchen oder vergleichbaren Umstand betroffen sind, müssen diesen jedoch nicht einfach hinnehmen. Laut EU-Fluggastrechteverordnung können Kunden nach solch einem Flug Entschädigungen einfordern.

In der EU-Verordnung 261/2004 ist genau festgelegt, wie hoch die Ansprüche betroffener Flugpassagiere bei einer Flugverspätung oder bei einem Flugausfall sind. Die Verordnung ist bei den Airlines allerdings umstritten, da sie ihnen unverhältnismäßig teuer zu stehen kommen kann. Daher ignorieren viele Fluglinien in der Praxis die Regelung meist komplett, auch wenn sie damit nach dem Sturgeonurteil (Rs. 402/07), in dem der Europäische Gerichtshof feststellte, dass Fluggäste auch bei einer großen Verspätung einen Anspruch auf eine Ausgleichsleistung haben, gegen die Wettbewerbsregeln verstoßen.

Allerdings sind die Ansprüche laut Experten aus der Verbraucherzentrale Sachsen “extrem schwer geltend zu machen.” In besagtem Beispiel gibt es trotz der enormen Verspätung keine besonderen Entschädigungen. In der Regel belaufen sich die Ausgleichszahlungen bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden je nach Flugstrecke zwischen 250, 400 oder 600 Euro. Je länger die Route ist, desto höher fällt auch der Anspruch der Flugpassagiere aus. Sollten durch die Verspätung Urlaubstage verloren gehen, kann dieser Anspruch sogar noch höher sein.

Bildquelle: © onnola – Flickr.com