Home Verkehr Nach schwerem Flugzeugunglück: Lufthansa und Germanwings unter Druck

Für Deutschlands größte Airline geht es bergab. Nicht nur, dass das Vertrauen der Passagiere in die Lufthansa und deren Tochter Germanwings in Bezug auf die Flugsicherheit auf dem Spiel steht, auch wirtschaftlich steht die Kranich-Airline nach dem Flugzeugunglück mit dem Rücken zur Wand. Die Lufthansa-Aktie knickt einen Tag nach dem Airbus A320 Crash in Südfrankreich, der auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf war, ein. Und das trotz aller Beteuerungen von Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der verkündet: „Das Flugzeug war in hervorragendem technischen Zustand“. Doch so recht glauben will ihm das niemand nach dem Flugzeugabsturz. Wie auch, wenn schon den Mitarbeitern bereits vor dem Abflug Zweifel daran kamen. Mit dem guten Ruf der Lufthansa und der Tochter Germanwings als sichere und zuverlässige Airlines ist es seit dem Flugzeugunglück vorerst vorbei. Vielleicht haben die Unternehmen zu lange auf altes Material gesetzt? Immerhin hatte der Airbus vom Typ A320 schon 24 Jahre auf dem Buckel.

Erst kürzlich hatte Airine-Chef Carsten Spohr den Konzernumbau gestartet. Billig und preiswert sollten die Flüge werden, um mit der immer stärker werdenden Konkurrenz auf dem Low Cost Sektor mithalten zu können. Aber auch auf den langen Distanzen bläst der einstigen deutschen Vorzeige-Airline dank der Luftfahrtlinien Turkish Airlines, Emirates, Etihad und Qatar Airways und anderen ein kräftiger Gegenwind ins Gesicht. Dazu kommen die dauernden Streicks, die an den Nerven der Mitarbeiter, der Konzernführung und nicht zuletzt der Passagiere zehren. Bei den Streiks zumindest scheint vorerst Ruhe eingekehrt. „Wir sind entsetzt und betroffen und haben daher im Moment ganz andere Sorgen“, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg der Nachrichtenagentur dpa. Das bedeute aber nicht, dass Streiks gänzlich auf lange Sicht ausgeschlossen seien, erläuterte der VC-Sprecher.

Die Lufthansa-Aktie verliert nach dem Flugzeugunglück fast drei Prozent auf 13,38 Euro. Und damit wird auch die Finanzierung des Neuaufbaus der eigenen Flotte gefährdet. Die Airline will bis zum Jahr 2025 insgesamt 272 neue Flugzeuge in Dienst stellen. Das Unterfangen kostet ca 38 Milliarden Euro. Doch wie es derzeit nach dem Flugzeugunglück aussieht, kann der Luftfahrtkonzern die Bestellungen aus dem laufenden Geschäft kaum noch bezahlen.