Home Verkehr Konflikte zwischen DB und GDL endlich beigelegt

Mehr als ein ganzes Jahr sorgte der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft der Lokführer für Missstimmung. Neun Streik- und Warnstreikrunden legten den Bahnverkehr tagelang beinahe komplett lahm. Die Folge waren nicht nur weitere Vorwürfe, sondern vor allem entnervte Bahnkunden. Jetzt ist es endlich soweit. Der Streit wurde endgültig beendet. Die GDL gab an, dass 94 Prozent der Teilnehmer in einer erneuten Urabstimmung für eine Annahme des Schlichterspruchs stimmten.

Arbeitszeit wird verkürzt

Anfang Juli hatten die beiden Schlichter Bodo Ramelow und Matthias Platzeck neben einer Einkommenserhöhung auch eine Verkürzung der Arbeitszeit vereinbart. Laut GDL-Chef Claus Weselsky soll die wöchentliche Arbeitszeit des Zugpersonals ab 2018 um eine Stunde auf 38 Stunden sinken. Des weiteren soll es Regelungen zur Altersteilzeit und zu Überstunden und Neueinstellungen geben. Weselsky sieht sich dank der großen Zustimmung zu dem Abschluss in seiner harten Gangart bestätigt. Mit diesem Ergebnis hätte das Zugpersonal den Versuchen, die GDL zu schwächen oder zu spalten, eine deutliche Abfuhr erteilt.

Veränderungen innerhalb der GDL

Weselsky hatte gerade erst Ende August mehrere Ex-Funktionäre aus der Gewerkschaft ausgeschlossen. Darunter befand sich auch sein Vorgänger Manfred Schell. Weselsky begründete sein Vorgehen mit nicht einbezahlten Beträgen und gewerkschaftswidrigem Verhalten. Schell erhob in einem Interview mit Spiegel online heftige Vorwürfe gegen Weselsky. Die laufenden Streiks beeinträchtigten neben dem Personenverkehr auch den Güterverkehr maßgeblich. Im ersten Halbjahr 2015 wurden um drei Prozent weniger Güter befördert als im ersten Halbjahr des Vorjahres.