Home Verkehr Ersatz bei Flugverspätungen aufgrund technischer Defekte

Flugverspätungen sind unangenehm und zehren nicht selten an den Nerven der Fluggäste. Gründe für derartige Verspätungen gibt es viele. Einer davon sind technische Schwierigkeiten, die unerwartet auftreten und deren Behebung lange Verzögerungen nach sich ziehen können. Nach einem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs könnten jetzt genau diese Flugverspätungen für die Airlines teuer werden. Denn nach dem aktuellen Spruch des EuGH haben Passagiere auch dann Anspruch auf Entschädigungszahlungen, wenn die Verzögerung durch unerwartete technische Probleme entsteht.

Fluglinie muss für planmäßigen Betrieb sorgen

Verbraucherschützer begrüßen dieses neue Urteil. Otmar Lell, Flugrechtsexperte beim Verbraucherzentralen Bundesverband (Vzbv) sagt dazu: „Damit hat der EuGH nun umfassend die Schadenersatzpflichten seitens der Unternehmen klargestellt.“ Das Gericht sieht die Airlines auch bei unvorhergesehenen technischen Problemen in der Pflicht. Die Fluglinien hätten den planmäßigen Flugbetrieb zu sichern. Ein Defekt sei kein außergewöhnliches Ereignis. Passagieren stünde daher in einem solchen Fall eine Ausgleichszahlung zwischen 250 und 600 Euro zu. Ausnahmen seien Sabotageakte, Naturgewalten oder Terrorangriffe, die zu Verspätungen oder Ausfällen führen würden.

Anspruch für Flugverspätungen geltend machen

Ganz so einfach ist die Kostenerstattung aber dann doch nicht. Die unterschiedlichen Rechtssysteme in Europa werden ein Problem bleiben. Die Fluggastrechte gelten zwar für die gesamte EU und auch für Länder wie die Schweiz, Norwegen und Island doch die Bearbeitung der Fälle fällt in den einzelnen Staaten höchst unterschiedlich aus. Dazu kommt, dass der Anspruch immer dort geltend gemacht werden muss, wo die Airline ihren Hauptsitz hat. Deutsche, englische und polnische Gerichte entscheiden hier eher für die Geschädigten, währende es Passagiere in Spanien, Italien oder Frankreich schwerer haben. Darüber hinaus soll die Dauer einer Verspätung, für die eine Entschädigung zusteht, von drei auf fünf Stunden verlängert werden.