Home Verkehr Brussels Airlines trotzt Preiskrieg

Unter dem Druck der Billigkonkurrenz hat sich die belgische Fluglinie Brussels Airlines überraschend tapfer im Preiskrieg geschlagen. Der ‚Angriff‘ der ‚Belagerer‘ fand in Form von 1,4 zusätzlichen Sitzplätzen im Angebot auf Flugrouten nach Brüssel statt, aufs Jahr 2014 verteilt. Die ‚Belagerten‘ wehrten sich vorausschauend durch ein striktes Kostensenkungsprogramm und ein nicht minder kämpferisches neues Tarifsystem, um den ‚Belagerern‘ das Wasser abzugraben bzw., um im Bild zu bleiben, dem eigenen Burggraben wieder welches zuzuleiten, auf dass dieser nicht überwunden werde. ‚Burgherr‘ (modern: Chief Executive Officer) Bernard Gustin weist stolz auf die Trophäenköpfe auf den Zinnen seiner Verteidigungsanlagen: „Da haben wir das richtige Geschäftsmodell gewählt.“ Statt schmählich überrannt zu werden, gewann Brussels Airline 760.000 zusätzliche Fluggäste zu ihren nun 6,6 Millionen Kunden des abgeschlossenen Geschäftsjahres. Ihr Angebot erreicht 60 europäische Städte, 19 afrikanische Ziele und zwei Flughäfen in den USA.

Aus der Kolonialgeschichte heraus hat Belgien ein starkes Betätigungsfeld in Afrika erhalten. Ohne die Einbrüche wegen der Ebola-Epidemie und des schwächelnden Euros hätte Brussels Airlines sicher ein noch besseres Selbstbehauptungs-Ergebnis eingefahren, so aber musste ein Nettoverlust von 4,2 Millionen Euro in Kauf genommen werden. Das Tochterunternehmen der Lufthansa fliegt mehr als 80mal die Woche afrikanische Ziele an und verfügt selbst über Neugründungen auf dem schwarzen Kontinent (‚Korongo‘ 2012), obwohl es selbst nicht sehr viel älter ist (gegründet 2006). Seit 2010 nehmen die Fluggastzahlen jährlich kontinuierlich zu. Bernard Gustin kann das, seit 2012 an der Spitze, als persönlichen Erfolg verbuchen, zumal Brussels Airlines im selben Jahr und 2013 mehrere internationale Preise abgesahnt hat.

Die belgische Fluglinie richtet sich erfolgreich an Geschäftsreisende, die Wert auf größte Flexbilität legen, aber für den Flug nur Economy Preise bezahlen wollen. Allein 30 Millionen Euro wurden in komfortable Sitze in ihren Maschinen investiert, die großzügige Platzverhältnisse mit Schlafmöglichkeit anbieten. Integriert im ‚Miles and More‘ Programm bietet Brussels Airlines Rabatte und andere Vorteile auf seinen Routen an. Gustin will seine Wachstumsstrategie, die schon Anfang letztes Jahr Ausdruck fand, durch die Inbetriebnahme von neun weiteren Flugzeugen weiter betreiben und so 2015 auf über 7 Millionen Kunden kommen. Um auf die Burgverteidigung zurückzukommen: er macht Feuer unter den Kesseln mit Pech…