Home Verkehr Berliner S-Bahn bleibt länger bei der Deutschen Bahn

Wie die Deutsche Bahn unserem Magazin heute noch einmal bestätigte, wird die S-Bahn der Hauptstadt Berlin auch über das Jahr 2017 hinaus im Eigentum des Konzerns bleiben. Das Management des führenden deutschen Schienenverkehrsunternehmens betonte demnach, dass laut aktuellem Stand nicht vor 2026 mit einer Abgabe der Infrastruktur und der Zugflotte gerechnet wird. Der Hauptgrund für die Weiterführung der Berliner S-Bahn durch die DB liegt darin, dass der Senat der Hauptstadt mit der Neuausschreibung nicht wie geplant vorankommt, auch wenn eine endgültige Entscheidung erst im Herbst 2015 ansteht.

Zur Berliner S-Bahn gehören aktuell 15 Linien mit mehr als 500 Zügen. Die Streckenlänge beträgt insgesamt mehr als 300 Kilometer. Das Netz beinhaltet u. a. 166 Stationen sowie sechs Tunnelbahnhöfe. Für einen potenziellen neuen Anbieter sind die Betriebskosten daher nur schwer zu stemmen. Hinzu kommt die Problematik der Neuinvestitionen. Schließlich hat der Berliner Senat in jüngerer Vergangenheit immer wieder betont, dass 400 neue S-Bahn-Wagen mit moderner Ausstattung benötigt werden. Die Kosten, zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro betragen, muss demnach der neue Eigentümer übernehmen, in diesem Fall nach aktuellem Stand also die Deutsche Bahn.

Für einige ausländische Bahnunternehmen, die noch Anfang des Jahres großes Interesse an der Berliner S-Bahn hatten, sind die hohen Investitionskosten in die neuen S-Bahn-Wagen anscheinend einfach zu unattraktiv, wie die Deutsche Bahn verlauten ließ. Zwar wollte der Konzern gegenüber Reisenotes.de keine Angaben machen, um wen es sich bei den ausländischen Bietern handelte, doch konnte unsere Redaktion in Erfahrung bringen, dass es sich dabei wohl um die britische National Express, die MTR aus Honkong sowie die französische RATP handelte.

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