Home Verkehr Auch Lufthansa profitiert vom günstigen Kerosin

Man sollte meinen, die Prognosen der Airlines seien weltweit dank sinkender Ölpreise rosig, auch jene von Deutschlands Marktführer Lufthansa. Richtig ist, dass die Fluggesellschaft in diesem Jahr nur noch mit Flugbenzin-Aufwendungen von rund 5,8 Milliarden Euro kalkulieren muss. Damit könnte sie 2015 rund 900 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr einsparen. Schon 2014 profitierte die LH vom enormen Preisverfall des Kerosins. Dieser hat aber nicht dazu geführt, dass die Lufthansa-Aktie einen großen Sprung nach oben hätte verzeichnen können. Schließlich ist auch bei der Premium-Airline nicht alles Gold, was glänzt, wie etwa der Stress mit den Gewerkschaften zeigt.

Ständige Personalstreiks, vor allem bei der Pilotenvereinigung, die gegen das geplante Billigprogramm der LH wetterte, trugen nicht gerade dazu bei, dass die Anleger in Massen Geld in die Airline im vergangenen Jahr steckten. Für dieses Jahr sieht die Lage weitaus erfreulicher aus. Trotz allem Ärger mit den Piloten vertrauen die Gäste auf Europas größte Luftfahrtlinie. Im vergangenen Jahr nutzen 106 Millionen Fluggäste den Service der Lufthansa. Damit stiegen die Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent. Zudem sehen die Prognosen für die Wirtschaft in diesem Jahr gut aus, wodurch die LH ihre Passagierzahl noch einmal erhöhen dürfte.

Trotz der sinkenden Ölpreise können die Gewinne und Ersparnisse nicht eins zu eins umgelegt bzw. an den Kunden weitergegeben werden, wie ein Sprecher der Airline erläuterte. Es spielen noch andere Faktoren eine wichtige Rolle für den bilanziellen Erfolg einer Fluggesellschaft. Insbesondere der Expansionsdrang der irischen Billig-Airline Ryanair macht der LH aktuell sehr zu schaffen. Negativ wirken sich auf den Carrier der ungünstige Dollarkurs und der Konkurrenzdruck aus. Ob die Aktie von Lufthansa noch einmal – wie kurzzeitig im vergangenen Jahr – die Marke von 20 Euro durchstoßen wird, bleibt daher abzuwarten.