Home Reiseziele Limit für Tourismus auf den Lieblingsinseln der Deutschen

Die Kanarischen Inseln und die Balearen sind nicht nur bei deutschen Urlaubern sehr begehrt. Die Folge sind überfüllte Strände, Umweltverschmutzung und nicht selten verärgerte Einwohner. Alleine 14 Millionen Touristen zählt man jährlich auf den Balearen. Der Großteil davon reist im Sommer an. Diesen Touristenmassen wollen die neuen Regierungsmitglieder der Balearen und Kanaren nun einen Riegel vorschieben. Die Aufnahmekapazitäten der Archipele seien im Sommer erschöpft. Beide Regierungen sprechen sich nun für eine Beschränkung des Tourismus auf den Inseln aus.

Hart kritisiert wird vor allem der All-inclusive-Tourismus, der einen immer größeren Anteil einnimmt. Fernando Clavijo, der neue Ministerpräsident der Kanaren sprach mit der spanischen Zeitung „El Pais“. Er erklärte, dass die vielen Touristen dem Land nicht nützen würden, solange sie All-inclusive buchen. Die vor Ort angebotenen Freizeitunternehmungen würden nicht genützt, ebenso wie örtliche Restaurants oder Bars. Aus Rücksicht auf die Umwelt und die restliche Wirtschaft erwäge man daher eine Begrenzung der Touristenzahlen.

Biel Barceló von der neuen linken Regierung der Balearen ist ähnlicher Meinung. Auch hier spricht man von einem Touristenlimit für die Sommermonate. Viel wichtiger wäre es, den Tourismus außerhalb der Hauptsaison zu forcieren, meint Barceló. Er ist in erster Linie für Fremdenverkehr und Wirtschaft zuständig. Neben dem Plan, den Tourismus auf den Balearen völlig neu zu gestalten, wird seitens der Regierung auch an eine Urlauberabgabe gedacht. Derzeit macht der Tourismussektor auf den Balearen 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.