Home Reiseziele Dunkle Aussichten für Schweizer Tourismusbranche

Nachdem die Schweizer Nationalbank die Barriere des Mindestkurses zum Euro von 1,20 überraschenderweise niedergerissen hat, wird der lokalen Tourismusindustrie klar, dass ihr schwere Zeiten ins Haus stehen. Gerade deutsche Urlauber, die einen großen Teil der Einnahmen generieren, werden sich überlegen, ob sie in diesem Jahr oder in mittelfristiger Zukunft ihren Urlaub in der Schweiz verbringen möchten. Von einem Tag auf den anderen müssen Touristen bis zu 15 Prozent mehr für die gleiche Leistung zahlen. Besonders hart trifft es diejenigen, die ihren Winterurlaub schon gebucht haben. Schließlich könnten jetzt eine normale Pizza und ein Teller Spaghetti in einem gängigen Restaurant bis zu 30 Euro kosten.

Die Schweizer Tourismusbranche, aber auch jene hierzulande, reagiert auf die Entscheidung der Schweizer Nationalbank schockiert bis panisch und deutet bereits an, dass die eine oder andere Insolvenz in diesem Wirtschaftszweig unvermeidlich ist. Der Schweizer Tourismusverband äußerte sich in der vergangenen Woche dahingehend, dass die Nationalbank einen bedauernswerten Schritt „aus heiterem Himmel“ unternommen habe, der „für den nicht auf Rosen gebetteten Tourismus” des kleinen Landes verheerende Auswirkungen habe. Was für die eigene Tourismusbranche gilt, trifft auch auf die gesamte Schweizer Exportbranche zu, die vorerst kaum mehr konkurrenzfähig auf den internationalen Märkten sein kann.

Die Preise schießen in der Schweiz in den Himmel. So kostete kurz nach dem Kurswechsel der Nationalbank ein Tages-Skipass in den Schweizer Topwinter-Skiorten 67 Euro. In den Nachbarländern kostet der gleiche Service weit unter 50 Euro. Erschwerend in der Zukunft wird für die Schweizer Tourismus-Industrie noch hinzukommen, dass selbst die Einheimischen ihren Urlaub nicht mehr im eigenen Land, sondern in den viel preiswerteren Nachbarländern verbringen werden. Allerdings ist auch festzuhalten, dass die Übernachtungszahlen in der Alpenrepublik schon seit Jahren beständig nach unten gehen. Zu teuer, zu schlechter Service und eine vielerorts mangelhafte Infrastruktur sind nur einige Punkte, die Urlaubsgäste davon abhalten, in der Schweiz ihren Urlaub zu verbringen, trotz der Herzlichkeit ihrer Einwohner.

Bildquelle: © Horst Schulte – Flickr.com