Home Reiseziele Das vergessene Italien soll den Tourismus retten

Noch vor wenigen Jahren galt Italien als eines der beliebtesten Reiseziele der Welt. Nicht nur die Strände an der Adria waren gut besucht, sondern auch die Kulturgüter in Rom, Florenz oder Venedig standen stets im Fokus der Touristen. In der letzten Zeit hat das Land an der Adria allerdings deutlich an Beliebtheit verloren und im Jahr 2013 musste Italien einen Rückgang um 4,6 Prozent bei den Nächtigungen im Vergleich zum Vorjahr in Kauf nehmen. Der italienische Kulturminister Dario Franceschini will nun jene Kulturschätze ins Rampenlicht rücken, die bislang noch unbekannt sind.

Wenn es nach Franceschini geht, soll der Schwerpunkt des italienischen Kulturtourismus in Zukunft auf den Süden des Landes gelegt werden. Die Sehenswürdigkeiten in den südlichen Regionen sind den Touristen selten geläufig und werden daher im Moment auch kaum besucht. So liegt etwa in der Region Apulien ein monumentales UNESCO-Welterbe aus dem 13. Jahrhundert – das Castel de Monte. Touristen kennen es aber zumeist nur von der Rückseite der italienischen Ein-Cent-Münze. Auch die mittelalterliche Stadt Craco in der Region Basilikata stand bisher im Schatten der Sehenswürdigkeiten des Nordens. Dabei diente die Stadt schon als Kulisse mehrerer Hollywood-Filme.

Franceschini möchte daher ein nachhaltiges Konzept schaffen, das nicht mehr nur auf die großen Kulturzentren Italiens ausgerichtet ist. Vielmehr soll den Touristen die Schönheit des ganzen Landes präsentiert werden. Dazu sind Investitionen nötig, denn die Kulturdenkmäler des Südens sind schlecht erschlossen und eine Infrastruktur kaum vorhanden. So ist etwa der Mailänder Flughafen Linate nur per Bus erreichbar. Eine Schienenverbindung gibt es nicht. Dazu kommt die Tatsache, dass sich die meisten italienischen Hotels in Privatbesitz befinden und damit teuer sind. Auch die moderne Kommunikation hinkt in Italien noch weit hinter anderen Ländern her.