Home Reisevertrieb Thomas Cook wird online an den Pranger gestellt

Deutschlands zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook, zu dem auch die renommierte Marke Neckermann Reisen gehört, sieht sich aktuell einem Shitstorm ausgetzt. Zahlreichen kritische Stimmen im Internet gefallen die jüngsten Geschäftsmethoden von Thomas Cook anscheinend alles andere als gut. „Buchen Sie nicht bei Thomas Cook“, “Ich werde niemals wieder bei Thomas Cook buchen”etc.: so lauten die meist verärgerten Kommentare über den eigentlich renommierten Veranstalter. Doch was genau war passiert: unbestätigten Meldungen zufolge soll Thomas Cook bei einem tödlichen Urlaubsunfall vor rund neun Jahren eine deutlich höhere Aufwandentschädigung erhalten haben als die Hinterbliebenen der Verunglückten.

Thomas Cook hat auf Anfrage von Reisenotes.de aktuell keine Antwort zu den Vorfällen aus dem Jahre 2006 parat. Damals bezog eine britische Familie eine Urlaubsunterkunft, die mit einem defekten Boiler ausgestattet war. Dessen giftige Gase töteten die Kinder vierköpfigen Familie. Insgesamt seien mehr als zwei Millionen Euro vom damaligen griechischen Unterkünftebetreiber an Thomas Cook als Entschädigungszahlung geflossen. Für die Hinterbliebenen der Familie waren davon nur wenige Prozent bestimmt, die letzlich auch ausgezahlt wurden.

Thomas Cook betonte bereits damals, den Rest der Aufwandsentschädigung in gemeinnützige Zwecke investieren zu wollen. Juristisch gesehen hat der Veranstalter nichts falsch gemacht, so der aktuelle Stand. In moralischer Hinsicht jedoch sind die kritischen Stimmen – sollten die Vorwürfe so tatsächlich stimmen – absolut nachvollziehbar. In den sozialen Netzwerken gab es sogar Stornierungs-Ankündigungen von Seiten verärgerter Ex-Kunden, nicht aus Großbritannien, sondern aus Deutschland. Für Thomas Cook ist diese Negativschlagzeile ein weiterer Rückschlag auf dem Weg zur Weltspitze in der internationalen Touristik.