Home Reisevertrieb Euroschwäche zieht Veranstalter in Mitleidenschaft

Laut einer Studie zum Beginn des Jahres wollen Deutsche trotz der Euroschwäche noch mehr für Reisen ausgeben. Davon werden allerdings nicht alle Reiseveranstalter profitieren. Wie zu erfahren ist, werden die Gewinnerwartungen wegen der starken Abwertung des Euro gegenüber dem Pfund beim englischen Reiseunternehmen Thomas Cook Group mit Hauptsitz in London laut Morgan Stanley deutlich geringer als erwartet ausfallen. Das ist darauf zurückzuführen, dass das an der englischen Börse positionierte Travelunternehmen in der heimischen Währung seine Bilanzen ausstellt.

Fast die Hälfte des Unternehmensgewinns wird allerdings auf dem europäischen Festland erwirtschaftet. Und dazu tragen die deutschen Reiseveranstalter mit 44 Prozent des Gewinns vor Steuern und Zinsen den größten Teil dazu bei. Ein weiteres Drittel kommt aus den skandinavischen Regionen, laut einer Bewertung durch Morgan Stanley. Bei der Gewinnkalkulation für das Jahr 2015 wurde von einer Parität beim Wechselkurs der beiden Währungen ausgegangen. Doch der Euro steht derweil gegenüber dem Pfund um 13 bis 14 Prozent wegen der Euroschwäche tiefer. Kommt es bis zur Hauptreisezeit zu keinen weiteren signifikanten Verschiebungen, muss das Unternehmen dank der Euroschwäche mit einem Verlust von 30 Mio. Pfund rechnen.

Das würde sich ebenfalls unmittelbar auf die Aktienkurse auswirken. Anleger dürften aufgrund der Euroschwäche bei diesem Szenario mit Verlusten von 20 Prozent pro Wertpapier rechnen. Morgan-Stanley-Analyst Jamie Rollo bringt zum Ausdruck: „Wir sind überzeugt von dem Turnaround bei Thomas Cook.“ Seiner Meinung nach tue das Management die richtigen Dinge. Die Aktien des Konzerns wurden mittlerweile von den Analysten der Bank herabgestuft. TUI Group hat weniger Sorgen, denn die Bilanzen werden in Euro-Einheiten ausgedrückt. Auch die Analysten sehen für TUI Group in der Zukunft trotz der Währungsschwankungen wenig Probleme.

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