Home Reisevertrieb EU-Parlament beschließt neue Regeln für Pauschalreise

Pauschalreisende können sich in Zukunft auf einheitlichere europäische Regeln verlassen und zwar egal, ob der Urlaub im Reisebüro oder im Internet gebucht wurde. Nach mehr als sieben Verhandlungsjahren wurde Ende Oktober die neue Fassung der Pauschalreise-Richtlinie von allen 28 EU-Mitgliedstaaten verabschiedet. Die neuen Regeln gelten voraussichtlich ab Frühjahr 2018. Wegen der erheblichen Änderungen auf dem Reisemarkt und der steten Zunahme von Online-Buchungen war es dringend notwendig, die alte Richtlinie von 1990 zu modernisieren. Gerade die verbesserten Informationspflichten vor Vertragsschluss waren überfällig. Bisher wurden die Online-Buchenden erst beim letzten Mausklick über mögliche Zusatzkosten informiert. Das gehört bald der Vergangenheit an.

Was ist neu?

In den neuen Richtlinien wird festgelegt, dass bereits geleistete Zahlungen geschützt sind, wenn der Urlaubsanbieter Pleite machen sollte. Außerdem wird die Haftung für alle Leistungen verbessert, die im Pauschalpaket enthalten sind. Der Begriff der Pauschalreise wird erweitert, so dass die meisten Reisebestandteile wie Flüge, Hotelangebote oder Mietwagen eingeschlossen sind. So kann der Urlauber im Problemfall besser geschützt werden. Ein 14-tätiges Widerrufsrecht wird festgelegt, und es gibt Standard-Informationsblätter für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit.

Neue Herausforderungen für die Tourismusbranche

Verantwortliche der Reisebranche verwiesen auf zusätzliche Belastungen, die durch die neuen Regeln entstehen würden. Der bürokratische und finanzielle Aufwand hinsichtlich erhöhter Auskunfts- und Informationspflichten sowie für die Unterstützung von Reisenden in Fällen höherer Gewalt, würden zunehmen.
Wichtig ist jedoch, wer eine Pauschalreise bucht, soll durch die neuen EU-Regeln besser geschützt sein.

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