Home Mietwagen Sixt 2014: Bestes Jahr der Firmengeschichte

Alle lieben Mietwagen, wie es scheint. Da kann man Beulen reinmachen und hoffen, dass es bei der Rückgabe keiner merkt. – Nein, das ist es nicht. Die Umsatzzahlen von Sixt müssen andere Gründe haben, das wollen wir hier ergründen. Doch schauen wir uns das ‚sixte Weltwunder‘ zunächst einmal im Detail an. Das Konzernergebnis legt um 14,1 Prozent auf 157 Millionen Euro zu, vor Steuern – hinter dem Steuerrad sieht es hoffentlich auch gut aus. Der Umsatz geht rauf um 9,3 Prozent. Für das Ausland werden 18 Prozent Anstieg an Vermietungserlösen gemeldet. Diese Zahlen publizierte Sixt auf seiner Jahrespressekonferenz in München.

Ob er mit einem Mietwagen herangekarrt wurde, können wir nicht wissen, aber angesichts der protzigen Zahlenungetüme ist davon auszugehen, dass sich Vorstandsvorsitzender Erich Sixt ein eigenes Auto mit Chauffeur leisten kann. Höchstselbst sprach Herr Sixt auf der Veranstaltung von der „inneren Stärke“ seines Konzerns, was ihn „auch für 2015 grundsätzlich optimistisch“ stimme. Und das trotz „verhaltenen konjunkturellen Umfelds in Europa“ und einer – vermuteteten – ungenannten Anzahl von Beulen im Blech, wie sie dem besten Vermieter nun mal passieren können (siehe Einleitung). Aber das sind Peanuts für eine „klare Premiumstrategie“. Eine beglückende Bilanz also, da kommt man in Stimmung die Aktionäre teilhaben zu lassen und plant die Dividendenausschüttung (nach Abzug der Beulenreparaturen?) für 2014 um rund 20 Prozent anzuheben auf 1,20 Euro pro Stammaktie und nochmals 2 Cent zwinkernd hinzuzulegen für die Vorzugsaktie.

2014 ist also vollumfänglich ein Rekordjahr in der Firmengeschichte von Sixt. Solide und beulenfrei zu nennen ist die hohe Eigenkapitalquote von Sixt, die deutlich über dem Durchschnitt der Autovermietungs- und Leasingbranche liegt. Sie liegt bei 26,4 Prozent. Die Fahrzeugflotte von Sixt ist im Jahr 2014 mit 172.600 Einheiten stark gewesen und damit um 11,8 Prozent höher als 2013. Der oben genannte Begriff ‚klare Premiumstrategie‘ erklärt sich in diesem Zusammenhang: man setzt auf hochwertig ausgestattete Fahrzeuge statt Kunden in Basismodelle zu setzen. Sixt betreibt auch ein Carsharing Programm namens ‚DriveNow‘, das mit beinahe einer Verdoppelung seiner Kundschaft 2014 zu den atemberaubendsten Erfolgskomponenten der Bilanz zählen dürfte. Man sollte auch das Leasinggeschäft nicht vergessen: mit 27,8 Prozent Wachsum aller Leasingverträge unter eigener Regie wie unter allen Franchise-Partnern von Sixt sieht es auch hier so rosig aus, dass man das orange geprägte Sixt Firmenlogo ruhig umfärben könnte.