Home Gastgewerbe Übernachtungsrekord in Mecklenburg-Vorpommern offiziell bestätigt

Mit der Touristik des nordöstlichsten Bundeslandes geht es aufwärts. Jedenfalls, wenn man das an den Statistiken festmachen will; genauer gesagt, an den Übernachtungszahlen. Für 2014 meldet das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Rekord von 28,7 Millionen Übernachtungen. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung von zwei Prozent. Das letzte Jubeljahr mit 28,4 Millionen liegt nun schon etwas zurück, das war im Jahr 2009 gewesen. Aber es wird – auf hohem Niveau – ein bißchen gejammert: „Bei günstigerer Ferienkonstellation hätten die Übernachtungszahlen sogar noch besser ausfallen können“, meint dazu Sylvia Bretschneider vom Landestourismusverband. Auch der Wirtschaftsminister Harry Glawe schränkt ein, dass die Fußballweltmeisterschaft und besagter Zusammenfall von bundesweiten Sommerferientagen einem noch besseren Ergebnis im Wege gestanden hätten.

Stolz ist man auch auf den Zuwachs an internationalen Gästen. Erstmals wurde hier die Eine-Million-Schwelle überschritten. Die meisten Übernachtungen darunter seien von Niederländern gebucht worden (169.000), was schon irgendwie kurios ist, wenn man bedenkt, daß Mecklenburg-Vorpommern nicht viel anders als Holland aussieht. Ob dasselbe fahrende Volk auch das dicke Plus von 5,5 Prozent bei den 4,2 Millionen berichteten Übernachtungen der Campingbranche erzeugt hat, ist nicht dokumentiert. Sie kennen ja das Cliché vom wohnwagenziehenden Niederländer auf der Autobahn… „Camping ist immer mehr im Kommen“, freut sich Harry Glawe und pumpt begeistert seine Luftmatratze für die nächste Nacht auf. Um die Holländer noch stärker anzuheimeln und zur verstärkten Invasion anzuhalten, steht der Plan im Raum, aufblasbare Windmühlen entlang der Autobahnen aufzustellen, ähnlich wie man in Spanien die Silhouetten kampfbereiter Stiere touristisch wertvoll platziert.

Und dann steht ja noch die Saison 2015 in den Startlöchern. Die Hoffnungen werden gezügelt, die Aussichten gedämpft. Womöglich, um sich dann doch wieder positiv überraschen zu lassen und eine Jubelmeldung rauszuposaunen. Sylvia Bretschneider meint jedenfalls mit Grabesstimme: „Das größte Problem werden 2015 die fehlenden Brückentage sein.“ Vielleicht können die Autobahnmeistereien ja aushelfen und Behelfsbrücken für Wohnwagengespanne schlagen?

Bildquelle: © Marlis Börger – Flickr.com