Home Gastgewerbe Europa hat Booking.com lieb – nur Deutschland nicht

Frankreichs Wettbewerbshüter haben am vergangenen Dienstag in Abstimmung mit der Europäischen Kommission sowie weiteren Wettbewerbsgremien in den Ländern Schweden und Italien Druck auf die Preisklauseln bei dem Online-Hotelvermittler booking.com gemacht. Es geht dabei um die Paritätsklauseln. In Frankreich, Italien und in Schweden werden die umstrittenen Preisklauseln auf einen Zeitraum von fünf Jahren hin überprüft.

Im Klartext bedeutet dies, dass sich die Beherbergungsunternehmen verpflichten müssen, bei dem Onlineportal booking.com Hotelzimmer zu Konditionen anzubieten, die mindestens ebenso günstig sind wie die Preise, die über Konkurrenz-Online- und Offline-Vertriebskanäle angeboten werden. Nachdem es schon im vergangenen Jahresende zu Diskrepanzen bezüglich der Paritätsklauseln gekommen war, wird das Online-Reisebüro nun Schritte einleiten. Ab dem 1. Juni sollen die neuen Regelungen bei booking.com in Kraft treten.

Hotels haben das Recht, in Europa unterschiedliche Preise auf verschiedenen Vermittlerseiten anbieten zu können. Die Hotels dürfen aber über hoteleigene Buchungskanäle die Preise bei dem Onlineportal booking.com nicht unterbieten. Das Unternehmen reagierte damit auf den zunehmenden Druck von Rivalen und Regulierungsbehörden in ganz Europa. Neben booking.com steht auch der amerikanische Anbieter Expedia bei den deutschen Kartell- und Überwachungsbehörden. Auch in diesem Fall dreht es sich um die Anwendung der Bestpreisklausel. Wann es hierzu zu detaillierten Vorschlägen und Änderungen seitens der Unternehmen kommt, ist noch nicht klar.