Home Freizeit Cannabis: Wird Prag das neue Amsterdam?

Kiffer dieser Welt zieht es seit Jahren in die Cannabis-Welthauptstadt Amsterdam. In der Niederlande jedoch wird der Konsum von Gras und Haschisch inzwischen sehr viel kritischer gesehen als noch vor etwa zehn Jahren. Zwar gelten Kiffer im Gegensatz zu vielen Betrunkenen als sehr friedliche Menschen , doch der Müll, Lärm und auch die stark zunehmende Zahl an Fahrradunfällen sorgten in der jüngeren Vergangenheit für viele kritische Stimmen in Amsterdam und anderen Städten der Niederlande. Die Bevölkerung des Nachbarlandes sehen die Kifferszene zwar relativ unkritisch, nicht jedoch die Behörden der Niederlande.

Cannabis-Liebhaber jedoch haben nichts lieber, als eine gechillte Atmosphäre, wenn sie in den Kiffer-Urlaub fahren bzw. fliegen. Die ist in Amsterdam zwar noch immer gewährleistet, jedoch gehen die Besucherzahlen in diesem Segment seit kurzer Zeit deutlich zurück. Dies liegt vor allem an der zunehmenden Attraktivität der tschechischen Hauptstadt Prag. Hier ist der Verkauf von weichen wie harten Drogen zwar gesetzlich verboten, weshalb es auch keine Coffeeshops gibt, doch der Eigenkonsum bis zu 10 Gramm Gras und 5 Gramm Haschisch wird toleriert, auch in der Öffentlichkeit. Übrigens: das Konsumieren von Alkohol ist in Prag seit einiger Zeit verboten.

Für Kifferfreunde bedeutet dies zwar, dass sie sich Ihren Stoff zwar illegal besorgen müssen – außer sie fliegen direkt von Amsterdam und anderen niederländischen Städten nach Prag – aber direkt vor Ort konsumieren können. Insider Prags wissen allerdings auch, dass es alles andere als schwierig ist, den passenden Verkäufer in der Metropole an der Moldau oder sonst wo im ostdeutschen Nachbarland zu finden. Nur erwischt werden sollte man nicht, sonst ist der Urlaub schneller vorbei, als es einem lieb ist. Für den Tourismus hat die Liberalität der Prager gegenüber dem Weichdrogenkonsum übrigens nur positive Effekte, wie die jüngsten Übernachtungszahlen zeigen. Diese sind deutlich höher ausgefallen als von Experten erwartet.