Home Verkehr Deutsche Bahn versucht Kundenoffensive mit schöneren Zügen

Die Deutsche Bahn spürt anscheinend einen starken Gegenwind aus der Richtung Fernbuskonkurrenz. Laut Konzernchef Rüdiger Grube will die Bahn in den kommenden Jahren etwa 200 Millionen Euro in die Verbesserung der Waggons stecken. Demnach soll der Komfort vor allem in den Fernzügen auf ein höheres Niveau gebracht werden. Laut einem Bericht in der “Wirtschaftswoche” sollen in den nächsten drei Jahren mit dem Riesenbudget die „Komfortstörungen“ ausgeräumt werden. Überalterte und funktionsunfähige Toilettenanlagen sowie fehlerhafte Geräte in den Bordküchen sollen in den Zügen ausgetauscht werden.

Dabei wird allerdings nur in zweiter Linie an das Wohl der Kunden gedacht. Vorrangig geht es darum, die verloren gegangene Kundschaft erst einmal wieder zurückzugewinnen. Zu lange hat es sich die Bahn in ihrer bequemen vom Staat subventionierten Monopolstellung auf dem Segment Langstreckenpersonenbeförderung gut gehen lassen können. Nachdem ihr die Kunden in Massen zu den weitaus preiswerteren Fernbuslinien weggelaufen sind, wird nun mit allen Mitteln versucht, zum Gegenangriff anzusetzen. Ganz alleine plant die Bahn jedoch nicht alle Kosten zu stemmen. Die Bahnmanager suchen Hilfe bei den Bundesländern, die ihnen Zuschüsse für den Ausbau der Fernzugverbindungen in der Fläche bereitstellen sollen. Dafür sollen die Länderzuwendungen geringer für Regionalzüge ausfallen. Dahinter verbirgt sich die Idee, zum Beispiel zwischen Stuttgart und Zürich mehr Intercitys einzusetzen, die von Pendlern mit Nahverkehrstickets ohne Zuschläge genutzt werden können. Dafür kassiert die Deutsche Bahn dann Subventionen aus den Regionalisierungsmitteln des Landes Baden-Württemberg.


Details über die neue Strategie im Fernverkehr werden am kommenden Mittwoch in einer Aufsichtsratssitzung bekannt gegeben. Die Frage stellt sich, ob diese hastig angesetzten Offensiven ausreichen, um die verlorengegangene Kundschaft zurückzugewinnen. Im vergangenen Jahr hatte der Bahnkonzern laut der Stuttgarter Zeitung und der Süddeutschen Zeitung 120 Millionen Euro Umsatz an die Fernbus-Unternehmen verloren. Mit eigenen Fernbussen plant der eigentliche Schienenbetrieb nun ebenfalls auf dem Asphalt den Fernbuslinien entgegenzutreten.

Bildquelle: © Matthew Black – Flickr.com


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